„NEHMEN SIE DOCH EINFACH AB…“

…wenn ich für jedes Mal, wenn ich diesen Satz höre, einen Euro bekommen würde, bräuchte ich niemals arbeiten.

Traurigerweise steht die Adipositas in direktem Zusammenhang mit dem Lipödem. Von dem Teufelskreis in dem man sich befindet, brauch ich gar nicht erst anfangen. Wie soll man denn mit immer schwerer werdenden Beinen laufen? Wie soll man Sport machen, wenn man seine eigenen Beine manchmal vor Schmerz gar nicht anfassen kann? Und möchte man SO wirklich ins Fitnessstudio?
Ach…
Betroffene werden bei der Krankenkasse immer wieder auf ihren BMI reduziert, der sich – natürlich – weit weg von Gut und Böse befindet. Das Verständnis von Außenstehenden, die meist aufs Äußere reduzieren, braucht man sich nicht erhoffen. Und man selbst gibt sich auch immer noch selbst die Schuld.

Doch langsam schöpfe ich neuen Mut. Ein Besuch beim Schöhnheitsmetzger verspricht Gutes. Wenn man viele positive Menschen um sich hat und die Aussichten auf ein schmerzfreieres Leben auch nicht mehr all zu fern sind, dann kommt der Mut von ganz allein. Doch der Frust ist groß.. Wer zahlt am Ende für das Glück?

Die Krankenkassen nehmen die Liposuktion – also die Fettabsaugung – nicht in ihren Katalog auf, da es an (Langzeit)Studien mangelt. Die Ärzte empfehlen aber diese OP, da nichts anderes Heilung verspricht. Warum soll ich bei einer manuellen Lymphdrainage jede Woche ein bisschen Wasser aus den Zellen pressen, die sich anschließend wieder vollsaugen. Und die sofortige Schmerzlinderung, die versprochen wird, setzt auch nicht ein, nein, ganz im Gegenteil.
Man könnte auch mal den Faktor ‚Kosteneffizienz‘ anbringen:
60 Jahre Lymphdrainage, einmal die Woche, sind knackige 125.000 Euro. Nicht einbezogen: Steigende Lohnverhältnisse, mehrmalige Behandlung in der Woche, andere Kosten, die den Preis einer Behandlung bestimmen. Nun habe ich zwei Mal im Jahr Anspruch auf eine neue Kompression – heißt: Kompression an den Beinen und vielleicht sogar noch an den Armen. Kosten PRO Halbjahr: Mindestens 1000 Euro. Kommt ihr noch mit? Ich nicht mehr…
Die Kosten der OP(s) belaufen sich in einem vergleichbaren Fall auf ca. 15.000 bis 20.000 Euro.
Na… Da sollten die Krankenkassen eigentlich an vorderster Front stehen und Studien fordern bzw. fördern. Da wahrscheinlich jede zehnte Frau in Deutschland betroffen ist (… ich mag mir die Dunkelziffer nicht vorstellen), könnte das eine erhebliche Sparmaßnahme seitens der Krankenkassen sein.

Aber nun gut… steckt man nicht drin…

Veröffentlicht in Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.