Nadine

Alter

37

Wohnort

Zwischen Köln und Düsseldorf


Diagnose

Oberschenkel, Unterschenkel, Gesäß.

Die Diagnose bekam ich im Juni 2016 durch den Hausarzt in Kombination mit der Physiotherapeutin, danach Vorstellung bei einem Phlebologen und in einer Klinik zwecks Liposuktion.


Therapiemethoden

Aktuell habe ich einmal in der Woche Lymphdrainage.
Eine Stützstrumpfhose habe ich auch seit zwei Wochen.

 .

Leidensweg

Ich hatte im April 2016 das aller erste Mal in meinem Leben geschwollene Füße und kam in keine Schuhe mehr rein. Nach vier Wochen geduldigem Warten, Hochlegen und Schonen, bin ich dann doch mal zu meinem Hausarzt gegangen. Da ich zu diesem Zeitpunkt auch noch starke Rückenschmerzen hatte, hat mein Arzt mir ein Physiotherapie-Rezept ausgestellt. Er konnte sehen, dass meine Beine eine X-Bein-Fehlstellung haben und fragte mich: „Sag mal, seit wann sehen denn deine Beine so aus?“ Weil meine Reaktion ein „schon immer“ war, dachte er, er hätte in ein Fettnäpfchen getreten.
Bei meinem ersten Besuch bei der Physiotherapeutin wurde mir nahegelegt meine Beine noch mal untersuchen zu lassen, da sie ein Lipödem vermuten würde. Ein Lipödem? Hatte ich ja noch nie gehört – also zurück zum Hausarzt.
Der Hausarzt hat dann das Lipödem bestätigt und noch einmal geschildert, dass er das eigentlich mit seiner Frage über meine Beine zum Ausdruck bringen wollte. Auf Grund meiner rüden Art wollte er mir dann aber nicht zu Nahe treten.
Nun gut – vom Hausarzt zum Phlebologen. Der hat dann auch das Lipödem bestätigt, Lymphdrainage verschrieben und mir einen Termin in einer Gefäßpraxis zwecks Liposuktion vermittelt.  In der Gefäßpraxis wurde mir dann das Lipödem erneut bestätigt und eine Stützstrumpfhose verschrieben. Laut Chirurg kommen vier bis fünf Fettabsaugungen auf mich zu.
Nun werde ich versuchen in den nächsten Wochen noch etwas abzunehmen, habe noch einen weiteren Termin in einer anderen Klinik und dann starten wir den Prozess der Kostenübernahme meiner Krankenkasse.

Rückblick auf mein bisheriges sportliches und gewichtliches Dasein:
Ich war noch nie ein zierliches Mädchen, immer etwas fülliger und unsportlicher als die anderen. Im Alter von 18/19 Jahren habe ich wahnsinnig viel Sport getrieben: Drei- bis viermal die Woche war ich auf dem Stepper, jeweils 30-60 Minuten – Stepp-Aerobic, BBP Kurse, tägliches spazieren gehen mit dem Hund von mindestens einer Stunde – Gewichtsabnahme bestimmt 20 Kilo. Alles super, Körperform sehr toll.
Vor meiner Hochzeit habe ich dann versucht, von den wieder zugenommen Kilos (hatte bestimmt wieder alles drauf), fünf Kilos abzunehmen. Dann wenig Sport, wenig Bewegung, falsches Essen – Gewichtszunahme. Mangels Zeit habe ich dann einen Crosstrainer für zu Hause gekauft. Eine Schwangerschaft folgte –> Crosstrainer nicht benutzt.
Ca. 1,5 Jahre nach der Entbindung habe ich den Weg zu einer Ernährungsberatung gewagt. Mittlerweile wog ich 124 Kg bei einer Körpergröße von 1,82 m. Und ich wollte nicht das Gespött vor den anderen Müttern und vor allem meinem eigenen Kind sein, wenn ich auf Grund der heftigen Leibesfülle nicht auf einen Spielplatz, eine Rutsche oder was auch immer, klettern konnte, oder ich nicht fangen spielen konnte und auch schwimmen gehen eher lieber nicht gemacht habe. Ich wollte einfach immer jederzeit einsatzbereit für mein Kind sein und Spaß haben im Alltag.
Mit der Ernährungsberatung und der Reaktivierung meines Crosstrainers mit 3 x 30 Minuten pro Woche (immer feste Tage und Zeiten eingeplant) habe ich wieder 20 kg abgenommen. Oben rum habe ich nun eine Konfektionsgröße von 44/46 und unten rum Gr. 50. 3 Jahre lang habe ich zu Hause 3 x pro Woche den Crosstrainer aktiviert.
Dann habe ich die Ernährungsberatungsregeln etwas schleifen lassen und zack waren wieder fünf Kilo drauf.
Also: Ab zu den Weight Watchers und ich habe angefangen zu jumpen. Jumpen ist Aerobic auf einem Trampolin. Ein super mega anstrengender Sport – ich liebe es! Mit WW und Jumping und Crosstrainer wieder die doofen fünf Kilos runter. Aber an meinen Beinen hat sich nicht wirklich was getan. Konfektionsgröße untenrum nun Gr. 48.

Wenn ich nun so meine letzten Jahrzehnte Revue passieren lasse, dann denke ich mir: Ja, ich hatte Übergewicht. Aber: Nein, ich war / bin keine Couchpotato. Verdammt – warum hat nicht der Orthopäde in meinen 20zigern gesagt: „Hey, du hast eine Fettansammlung an den Beinen!?“ Nein, er hat gesagt: „Du hast X-Beine und das liegt am Übergewicht. Nimm ab!“
Warum hat mein Gynäkologe eigentlich nichts gesagt? Ich meine, wann ist man schon so oft an den Beinen entkleidet wie in der Schwangerschaft?
Danke an meinen neuen Hausarzt und an meine Physio, die nicht hinterm Berg gehalten haben und es ausgesprochen haben.

Befürchtungen habe ich nun vor dem Kampf mit der Krankenkasse und der Überwindung die Stützstrumpfhose anzuziehen. Diese blöde Buxe bekomme ich bis zur Oberschenkelmitte und dann gehts dahin: Ich bekomme meinen Hintern nicht da rein und dann bin ich dermaßen frustriert, dass ich unkontrollierte Heulanfälle bekomme. Auf die Toilette traue ich mich nicht, denn dann muss ich die Buxe ja wieder irgendwie über meinen Hintern bekommen. Und wie soll ich das im Büro machen? Mich für 20 Minuten auf die Toilette verabschieden und es dann doch nicht hinbekommen? Da habe ich noch eine riesen Baustelle vor mir!

Ich versuche abends low carb zu essen – Betonung liegt auf „versuche es“, denn wenn meine Familie am Tisch sitzt und wir ein Brot essen zum Abendessen, dann fällt es mir mehr als schwer einen Salat zu essen oder mir noch einmal etwas zu kochen.
Ich mache wieder zwei- bis dreimal die Woche Sport auf meinem Crosstrainer, Jumpen im Moment leider nicht.

Ehrlich – ich weiß auch nicht, wann ich das alles machen soll: 30 Stunden die Woche arbeiten. Mann, Kind, Haushalt, 1 x pro Woche Lymphdrainage, Kinder-Nachmittagsprogramm, Kochen, Sport, dann wird bestimmt jetzt irgendwann noch einmal die Ernährungsberatung hinzukommen, um sagen zu können, dass ich alles versucht habe.

Fazit: Weiter machen, nicht unterkriegen lassen, Unterstützung in der Familie erhalten, offen über das Problem im Freundeskreis reden zu können und hoffen, dass ich die Kurve kriege. Die Angst vor den OPs sehr weit nach hinten schieben und einfach an die schönen Dinge im Leben denken.

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