MLD

Die manuelle Lymphdrainage (MLD) wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von dem Dänen Vodder entwickelt. Er beschäftigte sich mit den „besonderen Gegebenheiten des Lymphgefäßsystems“ (Hamzeh 2012, S. 29) auseinander.
Hamzeh liefert folgende Definition:

„Lymphdrainage ist eine periphere entstauende manuelle Therapie durch weiche gewebeschonende Massagegriffe überwiegend an der Körperüberfläche [sic!]; in der letzten Zeit wird sie auch durch apparative Maßnahmen ergänzt (apparative Lymphdrainage).“ (ebd.)

Als Ziel der Lymphdrainage gibt Hamzeh fünf Aspekte an, die dem/der Patientin_in helfen sollen:
Es soll die Transportkapazität der Lymphgefäße verbessert werden und die behandelten Körperregionen werden entstaut, was eine Schmerzreduktion bewirkt. Des Weiteren soll durch die MLD die Eigenmotorik der Wandmuskulatur der Lymphgefäße verbessert werden und auch neue Lymphgefäße sollen sich bilden, um eine langfristige Stabilisierung des Blutumlaufes erzielen zu können. Außerdem erwähnt er an dieser Stelle die „Vagotonisierung“, die er leider unerklärt lässt. Gemeint ist hiermit die Blutzirkulation, die durch die MLD angeregt werden soll.

Ziel der MLD ist es also, die Schmerzen einer Patientin zu lösen. Die MLD kann beim Lipödem – im Gegensatz zum Lymphödem – nur eine sehr kurzweilige Erleichterung bringen. Die Untersuchung von Dingler (2011) zeigt die extremen Druckbeschwerden und das Spannungsgefühl der Lipödem-Patientinnen. Auch das Gefühl der ’schweren‘ und ‚müden‘ Beine ist hier aufgezeichnet. Diese Beschwerden sollen bei der Behandlung verbessert werden. Eine gänzliche Heilung verspricht diese Methode nicht.

Literatur:

Dingler, Anne: Liposuktion beim Lipödem – Ergebnisse einer Untersuchung mit 25 Patientinnen [Diss.]. Frankfurt am Main, 2011.

Hamzeh, Minhal: Randomisierte, kontrollierte Parallelgruppenstudie zur Untersuchung der Wirksamkeit der manuellen Lymphdrainage und klassischen Massage zur Prophylaxe der Migräne mit und ohne Aura [Diss.]. Göttingen, 2012.

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