Das Lipödem

Das Lipödem bezeichnet eine krankhafte symmetrische Fettvermehrung zumeist an den Beinen und den Armen. Dabei wachsen zuerst meist die Oberschenkel oder -arme und dann wächst das krankhafte Fett auch in die jeweils unteren Gleidmaßen. Es gibt Frauen, die ebenfalls am Gesäß oder Bauch betroffen sind. In äußerst schlimmen Fällen können auch andere Körperteile befallen sein.

Diese Erkrankung trifft zu großen Teilen Frauen, macht aber auch vor Männern nicht Halt.

Besonders problematisch ist die therapieresistenz dieser Erkrankung. Das krankhafte Gewebe verursacht vielerlei Schmerzen, die sich über die Jahre verschlimmern. Hier sind Druck- und Spannungsbeschwerden zu nennen sowie schwere, müde Beine, die zu blauen Flecken und Wassereinlagerungen neigen. (vgl. Bringezu 2006, S. 77)

„Es existieren zahlreiche Synonyme für den Begriff Lipödem: Lipödem-Syndrom, Lipidose oder Lipomatose, Lipohypertrophie (oder Lipodystrophie). Einige dieser Begriffe sind mit dem Zusatz »dolorosa« verbunden wie Lipohypertrophia dolorosa, Adipositas dolorosa oder auch Adiposalgie u. a. m. Unmedizinische und eher verletzende Begriffe wie Reithosenbeine, Fettbeine und weitere runden den »Begriffereigen« ab.“ (ebd.)

In der Medizin geht man davon aus, dass die Erkrankung mit dem Hormonhaushalt der betroffenen Frauen zusammenhängt. So beginnt die Erkrankung vermehrt bei hormonellen Umstellungen, wie bspw. die Pubertät, die erste Schwangerschaft oder die Wechseljahre. (vgl. ebd.)

Das Leben ist für Betroffene nicht immer einfach, aber das Verschließen vor der Krankheit wird sie sicherlich nicht besser machen. Das A und O ist ein Facharzt, der seine Patientinnen ernst nimmt und auf ihre Bedürfnisse eingeht. Die Seite LiLy’s Voice hat dazu eine Fachärzteliste erstellt, die nach Land und PLZ Ärzte vorstellt.


Persönliche Worte

Bei mir ist die Krankheit schleichend mit der Pubertät gekommen. Tennis und Handball konnte ich schnell nicht mehr spielen, weil meine Beine einfach nicht mehr so wollten, wie ich. Über die Jahre und das immer weitere Zunehmen habe ich – wie die meisten anderen Betroffenen – viele Diäten und Ernährungsumstellungen hinter mich gebracht. Nichts half, wie auch?
Die Ärzte schoben die Gewichtszunahme auf die Ernährung und diagnostizierten nicht. Dazu muss man sagen, dass meine Mutter, die seit über 30 Jahren eine diagnostizierte Kombination aus Lip- und Lymphödem hat, und ich beim selben Arzt seit vielen Jahren in Behandlung waren und weder eine Aufklärung bei meiner Mutter noch bei mir stattfand.
Meine Diagnose erfolgte durch eine Selbstdiagnose. Irgendwas stimmt nicht, das wusste ich immer – aber niemand konnte bzw. wollte helfen. Nach vielen Nächten mit krampfenden Beinen, Druckanfälligkeit und immensen blauen Flecken ergab die Recherche: Lipödem. Ich sah schnell jede einzelne Gemeinsamkeit mit den Symptomen und dem Krankheitsverlauf. Ein erster Termin in einer Venenklinik gab mir die Gewissheit.

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Abb. 1
Abb. 2

Abb. 1: Ich im Frühjahr 2012.
Abb. 2: Aus Bringezu (2006) S. 78.

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Um noch mehr über die Krankheit und auch über den Drang in die Öffentlichkeit erfahren zu können, schaut euch das folgende Video der wundervollen Steffi an:


Literatur:

Bringezu, Günter: Lehrbuch der Entstauungstherapie – 1. Grundlagen, Beschreibung und Bewertung der Verfahren. Berlin u.a., 2006.

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