„Baue mir Berge aus Schmerz und Fragen – Sollen sie mich unter sich begraben“

Manchmal muss man um sich herum auch mal alles vergessen dürfen. Das fällt, dank täglicher Schmerzen, recht schwer. Aber immer wieder gibt es Momente, in denen man es doch schafft. Wenn man den Moment ausmachen kann, sollte man sich diesen auch immer wieder hervorrufen.

Bei mir sind es Konzerte. Sie erinnern mich an weitaus einfachere Zeiten und sie lassen alles um mich herum kurz anhalten. Früher immer wieder auf Metalkonzerten unterwegs, besticht in den letzten Jahren doch aber ein ganz besonderer Künstler: Bosse.

Aki Bosse macht seit seinem 17. Lebenjahr Musik und die Liebe zu eben dieser merkt man ihm in jedem Atemzug an. Nie habe ich einen Künstler gesehen, der das, was er macht und erschafft, so sehr liebt und feiert, wie Aki.
Der Erfolg der letzten Jahre zeigt, was ein talentierter Künstler in ihm und ganz besonders in seinen Texten steckt. Ganz ehrlich, kaum jemand schafft es, mir so genau aus der Seele zu sprechen und mich zu berühren, wie es seine Musik schafft.
Und genau deswegen versuche ich, jedes Konzert von ihm und seiner großartigen Band in meiner Umgebung zusehen. Der Traum von einem Hamburg-Konzert bleibt aber leider noch offen.

Gestern hatte ich aber das Glück, ihn kurz persönlich zu treffen, da ich im diesjährigen Streetteam im Maingebiet mitwirken durfte. Auch wenn ich gerne mit ihm über viele Dinge hätte quatschen wollen, blieb leider nur Zeit für ein kleines Foto:

15194407_1223253451047435_183872422122915134_o

In einer kleinen Ansage zwischen den Liedern beim Offenbach-Konzert gestern äußerte sich Aki zur aktuellen, sehr verfahrenen politischen Lage in der Türkei. Quintessenz war, dass niemand für das was macht, was er will, was er ist, diskriminiert werden darf. Er mag keine Menschen, die andere Belächeln für das was sie sind.

Genau das soll eigentlich auch die Aussage meines Blogs sein.
Natürlich kämpfe ich für mehr Aufklärung und mehr Akzeptanz für Menschen mit Einschränkungen oder offensichtlichen, äußerlichen Unterscheidungen, aber im Endeffekt bräuchten wir diesen Diskurs nicht führen, wenn wir uns gegenseitig nicht immer wieder beurteilen würden. Und dies bezieht sich auf alle Ebenen: Optisch, finanziell, welchen Beruf man hat, welche Bildung man genießen durfte, wo man her kommt.

Danke Aki, dass Du diese Botschaft in die Welt trägst.


 

Veröffentlicht in Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.