Atoosa Amir-Manavi, Alexander Stoff & Dirk F. Richter

Titel: Das Lipödem – Die Liposuktion als frühzeitige Heilbehandlung

In diesem Artikel beschreiben die oben genannten Autoren die Schwierigkeit der Krankheit. Auch das immer noch fehlende Gutachten des Ausschusses bzgl. der Aufnahme der Liposuktion in den Krankenkassenkatalog wird hier deutlich aufgezeigt.

„Die Liposuktion hat zum Ziel, das pathologisch vermehrte Fettgewebe zu entfernen und somit wieder ein Gleichgewicht zwischen Lymphproduktion und -abtransport herzustellen. Daraus resultiert eine Reduzierung bzw. Beseitigung der Ödeme und somit der Schmerzen.“ (S. 47)

In dem Artikel wird erneut Bezug auf den Unterschied zum Lymphödem genommen und auch die Diagnose der Adipositas, der die Betroffenen immer wieder ausgesetzt sind, wird beleuchtet.
Die eingefügten Fotos zeigen eindrücklich die Schwere und das Ausmaß der Krankheit. Diese können in einem eignen Schreiben vielleicht sogar als Vergleich herangezogen werden.

In dieser Studie werden 25 Patientinnen berücksichtigt, denen im Durchschnitt jeweils mehr als 10 kg krankhaftes Fett abgesaugt wurden. In der Studie heißt es dazu:

„Die Ergebnisse eines prä- und postoperativ ausgehändigten Beschwerdefragebogens zeigten bei allen Patientinnen einen deutlichen Rückgang der Beschwerden wie Druck- und Berührungsschmerz, Spannungsgefühl, Schwellung- und Hämatomneigung, Bewegungseinschränkung und psychische Belastung. Trotz des unbefriedigenden kosmetischen Hautreliefs – worüber die Patientinnen im Vorfeld ausführlich aufgeklärt wurden – berichteten sie über eine hohe Zufriedenheit und einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität, den sie vor Allem auf die Schmerzfreiheit zurückführten.“ (S. 47)

Das Problem der Wirtschaftlichkeit zeigt sich bei dieser Krankheit sehr deutlich. Wenn man als Betroffene auf die Kostenproblematik hinweist, lehnt die Krankenkasse erst recht ab, da es der Antragsstellerin mehr um die Schmerzen als um das Geld der Krankenkasse gehen sollte. Doch auch dieser Artikel zeigt es deutlich auf. Die Dringlichkeit der MLD und der Kompression lassen nach den OPs bei vielen Patientinnen nach. Bei acht Patientinnen nahm die Notwendigkeit der MLD und Kompression ab, vier Patientinnen waren ganz befreit (vgl. S. 47).

Fazit:

„Ein wichtiger Punkt ist die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen: Leider werden die Kosten für die Liposuktionen nur in seltenen Fällen übernommen – oftmals sind aufwendige Begründungsschreiben ärztlicherseits und Untersuchungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen notwendig. Die zu durchlaufenden Prozeduren sind für die Patientinnen oft sehr langwierig und belastend.
Die Liposuktion zur Behandlung des Lipödems wird zwar seit 2005 in den Leitlinien empfohlen, es handelt sich jedoch um eine neue Behandlungsmaßnahme, zu welcher der Gemeinsame Bundesausschuss noch keine Empfehlung ausgesprochen hat (gemäß den Richtlinien nach SGB V). Da also keine akute lebensbedrohliche Erkrankung vorliegt, ist eine Zusage der Kostenübernahme ohne eine Entscheidung des Sozialgerichtes nicht möglich. Erschwerend kommt die Differentialdiagnose zwischen kosmetischem Begehren und wirklichem Leidensdruck hinzu, insbesondere bei Patientinnen ohne vorherige konservative Therapie. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Liposuktion aufgrund der vorliegenden Daten die führende Therapieoption darstellt.“ (S. 47f.)

Link zum Artikel: http://www.lipoedem-hilfe-ev.de/form/langzeitergebnisse/Dr.Atoosa%20Amir-Manavi-et.al.pdf

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